Meinungen sind egal! Fakten sind Trumpf

Autor: Johannes, M.Sc. Biomedizin und Ernährungswissenschaften // Trainer, deutsche Fitnesslehrer Vereinigung

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Neuestes Update: Aug, 2018  || 

Meinungen sind egal, sofern sie nicht gut begründet sind.

Unsere persönlichen Überzeugungen, Ansichten oder Einstellungen sind hochgradig fehleranfällig und damit dafür ungeeignet herauszufinden, was wirklich stimmt.

Bei Diskussionen im echten Leben oder im Internet erlebst du sehr häufig, dass sich verschiedene Aussagen gegenüber stehen und widersprechen. Innerhalb kürzester Zeit entsteht eine hitzige Diskussion und typischerweise kurz darauf die Eskalation.

“That escalated quickly.“

Typische Themen solcher Diskussionen sind beispielsweise:

  • “Ist vegan gesünder?”
  • “Schläft der Stoffwechsel in einer Diät ein?“,
  • “Wie oft trainieren für Muskelwachstum?”,
  • “Ist Kreuzheben schlecht für den Rücken?”,
  • “Ist Protein gefährlich für die Nieren?”,
  • “Bringt Glutamin etwas?” usw.

Subjektive Gefühle, Einstellungen oder persönliche Erfahrungen sind sehr schwache Begründungen.

Starke Gründe hingegen sind logisch schlüssige Argumentationen, die auf objektiven Daten und Fakten beruhen.

Was ist eine Meinung genau? Eine Meinung ist eine “von Wertvorstellungen, Geschmack und/oder Gefühlen geprägte Einstellung eines Menschen“ zu einer bestimmten Sache.[1]

“Unsere Meinungen” sind daher nicht viel wert, solange wir nicht gute Gründe für sie haben.

I. Was funktioniert wirklich? Was nicht? Meinungen sind uninteressant!

Sinn der meisten Diskussionen über Training, Ernährung & Gesundheit ist herauszufinden, was wirklich wahr ist. Was funktioniert und was nicht?

Wissen wir das, können wir zielführender / effizienter / ressourcenschonender handeln. Also besser trainieren, leichter abnehmen oder gesünder leben.

Nur wenn wir Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge (= Kausalzusammenhänge) verstehen, wissen wir, wovon wir mehr machen oder was wir uns sparen können.

Führt a zu b? Ja oder nein? Falls ja, in welchem Maß?

  • 1x, 2x, 3x oder 4x trainieren pro Woche für maximale Hypertrophie? Was führt zum maximalen Muskelwachstum?
  • Brauchst du BCAAs? Ja oder Nein? Sind sie ursächlich für besseres Muskelwachstum?
  • Viel Protein beim Abnehmen? Hilft es beim Muskelerhalt? Wie viel genau?
  • Machen Ballaststoffe satt? Beugen sie Darmkrebs vor? Ja, nein, vielleicht?
  • Sind Kniebeugen schlecht für die Knie? Ja oder Nein?
  • Bringt Glutamin etwas ja oder nein?

Der Austausch von verschiedenen subjektiven und unbegründeten Meinungen bringt uns in diesen Fragen nicht weiter.

Unsere “Gefühle” oder “Einstellungen” zu einer Sache liegen oft daneben. Diese sind (meist unbewusst) geprägt von unseren eigenen Motivationen, Zielen, Vorurteilen, Werten, Ängsten, Hoffnungen, Vor- oder Nachteilen, finanziellen Interessen etc.

Jemanden dazu zu bringen, etwas zu verstehen, ist schwer, wenn sein Gehalt davon abhängt, es nicht zu verstehen.

– Upton Sinclair

Selbst wenn es uns so vorkommt, als seien wir ganz rational, handelt es sich dabei meist um eine Illusion. Oft benutzen wir sogenannte “ex-post Rationalisierungen” (= erst haben wir ein Gefühl, im Nachhinein erfinden wir die passenden Gründe dazu).

Jeder von uns ist anfällig dafür. Wir können aber versuchen, uns das bewusst zu machen und so gut es geht damit umzugehen. Beispielsweise könnten deine ersten Gefühle ein guter Ausgangspunkt sein. Danach sollten wir diese aber genau prüfen und bereit sein, unsere initiale Meinung zu korrigieren.

Die rein subjektive Meinung oder ein Gefühl zu einem bestimmten Thema ist also kaum geeignet herauszufinden, was wirklich stimmt und funktioniert. Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

1.1 Wer hat die Wahrheit gepachtet? Bizepsgröße, Personal Trainer, Studium und “1. Plätze”?

Oft wird versucht über die Größe des Bizeps, anhand von akademischen Graden oder bestimmten Leistungen zu entscheiden, welche Meinung die Richtige ist.

“Wem sollen wir glauben?” heißt unser Problem. Anhand persönlicher Merkmale versuchen wir zu beurteilen, wer Ahnung und Kompetenz haben könnte.

Diese Vorgehensweise kann zwar manchmal helfen (vor allem bei simplen Problemen), bei komplexen Themen versagt diese Art der Wahrheitsermittlung aber regelmäßig!

Um schwierige Fragen beantworten zu können, genügt es nicht, von der Wahrheit überzeugt zu sein oder einen gewissen Titel zu tragen. Man benötigt eine objektiv zureichende Begründung, die man darlegen kann.

Objektive und vertrauenswürdige Fakten, Daten & Messergebnisse sind dafür ein gutes Mittel. Das beste Werkzeug dafür ist die Wissenschaft.

In der Wissenschaft haben die Überzeugungen kein Bürgerrecht.” – F. Nietzsche

II. “Meinungs-Faschisten” und “Meinungs-Labeler” – ein Problem

Meinungs-Faschisten” und “Meinungs-Labeler” tragen NICHTS zur Beantwortung der Frage nach der Wahrheit bei.

Mit “Meinungs-Labeling” ist gemeint, dass in Diskussionen gerne eine Aussage als “eigene Meinung” gekennzeichnet wird. Damit glauben diese Leute, nicht angreifbar zu sein. Weil ja jeder seine Meinung haben darf.

Stell dir diese “Meinungs-Labeler” in Position vor, in denen hohe Kompetenz gefragt ist.

Lassen wir so jemanden bei der Boing oder Airbus an der Berechnung der optimalen Flügelspannweite für ein neues Flugzeug arbeiten.

Meinungs-Labeler: “2 m Flügelspannweite genügen völlig”.

– Andere: “Warum? Wie kommst du darauf? Für ein Flugzeug dieser Größe brauchen wir mindestens 65 m aufgrund simpler newtonscher Mechanik”.

Meinungs-Labeler: “Das ist eben meine Meinung. Jeder hat seine eigene Meinung”.

Würde man so jemanden ernst nehmen? Sicher nicht! Und das ist auch gut so. Schließlich geht es hier um das Leben und die Gesundheit von weit mehr Menschen als nur dem des Meinungs-Labelers.

Würde sich an der Richtigkeit seiner Aussage etwas ändern, wenn der Meinungs-Labeler zufällig auch der beste Pilot der Welt wäre?

Nein, natürlich nicht. Die herausragende Fähigkeit Flugzeuge zu fliegen erzeugt kein automatisches Know-How für die Konstruktion von Flugzeugen.

Es ist an der Zeit, dass solche Argumentationen auch in der Fitnesswelt, als das wahrgenommen werden, was sie sind: lächerlich.

Schauen wir uns an, was wirklich hinter diesem ganzen “Meinungs-Labeling” steckt.

2.1 Phänomen #1: Verteidigung schwacher Positionen durch “Meinungs-Labeling”

Zur Verteidigung der angegriffenen Aussage liest man nun häufig etwas in dieser Art:

Dies war nur meine Meinung. Ich habe nicht gesagt, dass das immer und für jeden gilt. Jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. Habe keine Lust das weiter zu diskutieren. Ich bin raus!

Boom! Here we go.

Was geht hier vor sich?

Sobald eine Aussage kritisiert wird, wird sie einfach als “(eigene) Meinung” bezeichnet.

Die eigene Aussage soll damit gegen jede Infragestellung immunisiert werden.

Wer so etwas sagt, hat meist irgendwie im Gespür, dass in unseren modernen Zeiten jedem seine subjektive und individuelle Meinung zugestanden wird. Schließlich gibt es die Meinungsfreiheit. Bei der Suche nach objektiven Wahrheiten hilft das jedoch nicht weiter.

Darüber hinaus wird in unserer Welt zwar jedes Individuum idealerweise gesellschaftlich und rechtlich gleich behandelt. Das sollte man aber nicht mit der Annahme verwechseln, dass jede subjektive Meinung gleich viel wert sei.

2.2 Phänomen #2: Das “Du hast deine Meinung – ich habe meine Meinung”-Spiel

Kurze Zeit nachdem der “Meinungs-Labeler” auf die Schwäche seiner Position hingewiesen wurde, fällt nun meistens:

Ok, ich hab meine Meinung, du hast deine Meinung. Jeder hat seine eigene Meinung.”

Das gute alte “Deine Meinung meine Meinung”-Spiel. Meist fällt diese Aussage, wenn es argumentativ ziemlich schlecht für den “Meinungs-Labeler” aussieht und er nicht bereit ist dies einzugestehen.

Hat das Gegenüber überheblich und herablassend agiert, will man ihm ungerne auch noch recht geben. Darüber hinaus müsste man eigene Überzeugungen aufgeben, was schmerzhaft ist.

Beide “Meinungen” als gleichwertig dastehen zu sehen (vor allem die eigene) und gleichzeitig die Diskussion beenden zu können, ohne als Verlierer dazustehen, ist das Beste, was dem Meinungs-Menschen jetzt noch passieren kann.

Kein Wunder, dass diese Strategie sehr gerne eingesetzt wird.

Übersetzt heißt das aber so viel wie “Ich habe keinen Plan wovon ich rede und das merke ich nun auch. Ich kann meine Aussage nicht mit objektiven Fakten belegen und ich will nicht weiter reden, weil ich Angst habe als Verlierer aus der Diskussion zu gehen. Können wir das bitte einfach beenden?

2.3 Phänomen #3 “Heute erzähle ich euch mal meine Meinung zum Thema … xyz.”

Heute erzähle ich euch meine Meinung zum Thema …”, liest man häufig irgendwo, gerne von Gurus.

Es folgt das Gesülze von jemandem, der weder Fakten noch Belege für seine Aussagen, kurz gesagt, keine Ahnung hat.

Keine Ahnung zu haben, ist zwar an sich nicht schlimm. Doch wenn man sich dann äußert und gleichzeitig versucht, sich unter dem Deckmantel der “Meinung” unangreifbar zu machen, sieht es anders aus.

Es ist immer dasselbe Spiel.

Meine Meinung” dient hier dem Schutz der eigenen Position. So kann man nicht angegriffen werden und der Schein der eigenen Kompetenz wird gewahrt.

Warum muss man sich hinter einer Meinung verstecken, anstatt einfach davon zu reden, wie es in Wahrheit wirklich aussieht? Vielleicht weil man keine Ahnung hat?

III. Der gravierende “Meinungs-Labeling”-Denkfehler

Das Problem an der Sache: Diese “jeder hat seine Meinung” gilt nur bei bei subjektiven Wahrheiten.

Dem einen schmeckt Pizza, dem anderen nicht. Der eine mag die Farbe blau, der andere nicht. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Es ist einfach eine Frage des Geschmacks.

Bei der Suche nach objektiven Wahrheiten geht das nicht! Wir suchen hier nach Wahrheiten, die stimmen, unabhängig vom Beobachter bzw. vom Subjekt.

  • Man kann nicht frei entscheiden, ob Rom oder Paris die die Hauptstadt von Frankreich ist.
  • Es liegt auch nicht im Bereich der subjektiven Einschätzung, ob jemand 1,85 m oder 1,68 cm groß ist. Diese Fakten sind belegbar oder messbar.

Diese Dinge sind unabhängig davon richtig oder falsch, WER diese Aussage trifft.

Selbst wenn falsche Aussagen in den gerade genannten Beispielen von Geologen oder Ärzten oder sonstigen Spezialisten getroffen werden, bleiben sie falsch.

IV. Analyse: Um was geht es dem “Meinungs-Labeler” wirklich?

Für jeden von uns ist es unangenehm zu merken, dass wir uns getäuscht haben und dies zuzugeben. Doch einer reifen Persönlichkeit gelingt es in der Regel, sich dies einzugestehen.

Speist sich deine Identität aus einer Vielzahl von Quellen, ist auch nicht sofort Alarmstufe rot, nur weil die eigene Meinung zur Debatte steht.

Der “Meinungslabeler” hingegen hat ganz andere Ziele.

4.1 Ziel Nr. 1: Schutz der eigenen Aussage um jeden Preis, sonst ist die Identität in Gefahr

Der Meinungslabeler identifiziert sich meist sehr stark mit der eigenen Aussage. Besteht die Gefahr, diese Meinung aufgeben zu müssen, käme das einer Art Selbstaufgabe gleich. Ein erniedrigendes Erlebnis, das um jeden Preis verhindert werden muss.

Das eigene Selbstbild muss trotz der Gegenargumente aufrechterhalten bleiben – schnelle Eskalationen und ein verzweifelten Kampf mit allen Mitteln überraschen in dieser hochemotionalen Situation kaum.

Jede Form des zivilen Umgangs wird daher oft innerhalb kürzester Zeit aufgegeben. Hier verrät sich der “Meinungs-Labeler” durch persönliche Attacken weit unter der Gürtellinie. Vom Thema ablenken oder direkt unsachliche persönliche Beleidigungen sind die Regel. Es wird nun mit allen Mitteln versucht, die gegnerische Position zu schwächen (oft mit ad hominemScheinargumenten).

[kasten]Unter einem argumentum ad hominem wird ein Scheinargument verstanden, durch das die Position oder These eines Streitgegners durch einen Angriff auf persönliche Umstände oder Eigenschaften seiner Person angefochten wird. Dies geschieht meistens in der Absicht (..) die Position und ihren Vertreter bei einem Publikum oder in der öffentlichen Meinung in Misskredit zu bringen. (src) [kasten]

4.2 Ziel Nr. 2: Sicht auf die Welt behalten / auf keinen Fall lernen & wachsen

Der “Meinungs-Labler” ist primär daran interessiert, dass alles so bleibt wie es ist. Nichts darf oder soll sich verändern. Vor allem nicht die eigene Position. Andere Argumente werden zur Not mit haarsträubenden Verbiegungen der Realität abgewehrt. Was nicht passt, wird passend gemacht.

In Diskussionen prallen da gerne mal Welten aufeinander. Den einen geht es darum herauszufinden, was wirklich stimmt. Sie wollen wachsen und neue Sichtweisen integrieren.

Den anderen geht es um das Gegenteil: Sie wollen statisch in ihren bisherigen Anschauungen verharren. Was wirklich stimmt, interessiert sie überhaupt nicht oder nur solange es in ihre Karten spielt.

Kein Wunder, dass diese Diskussionen regelmäßig eskalieren.

4.3 Ziel Nr. 3: Kompetent wirken / anderen die Welt erklären

Wir alle sind gerne kompetent. Die meisten sind jedoch so schlau zu erkennen, wenn sie keine Ahnung haben und sind dann lieber still.

Manche Exemplare fühlen sich jedoch “dauerkompetent”. Sie wissen einfach, wie der Hase läuft. Von objektiven Fakten lassen sie sich nicht beirren.

Die Welt erscheint ihnen oft klar und einfach. Dabei entgeht ihnen, dass dies ein Ergebnis der Projektion ihrer eigenen Denkmuster auf die Umwelt ist.

Zur Belohnung gibt es noch ein Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen, denen man die Welt erklären kann. Von hier aus ist es nicht mehr weit zu beliebigen Verschwörungstheorien.

V. Meinungs-Labeler auf ihre Plätze verweisen & Tipps für den Umgang

Im echten Leben kommen Meinungs-Labeler nicht weit, sofern sie unfähig sind, sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen zu können. So kann man wenig verändern oder bewirken.

Falls du Beispiele siehst, wo das trotzdem funktioniert, geht das nur kurzfristig und endet früher oder später mit einer harten Landung.

5.1 Der Meinungs-Laberer im privaten Umfeld

Harte Meinungs-Labeler sind arme Würstchen. Man sollte eher Mitleid empfinden anstatt Überlegenheitsgefühle. Viele von ihnen kommen vermutlich nicht aus einem Umfeld, in dem sachliche Argumentation und Reflexion an der Tagesordnung sind oder waren.

In Diskussionen bietet sich Folgendes an:

  1. Freundlich auf den Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Wirklichkeit hinweisen. Zeige durchaus auch Wertschätzung für ihren Diskussionsbeitrag. Im besten Fall lassen sie sich auf eine objektivere Diskussion ein. Jeder sollte die Chance haben sich zu korrigieren.
  1. Führt der freundliche Hinweis zu keiner fruchtbaren Änderung, ignoriere solche Leute besser. Eine ewige Diskussion verhärtet nur die Fronten und führt zum BackfireEffekt (sie glauben noch stärker an ihre eigene Position).

Willst du jemanden wirklich überzeugen, funktioniert das, wenn überhaupt, nur mit 95 % Wohlwollen & Freundlichkeit und 5 % Kritik. Ist jemand aber nicht bereit dazu, kannst du keine Änderung von außen erzwingen.

5.2 Unternehmen /Öffentliche Personen / als “Meinungs”-Apostel – no mercy?

Unangebracht ist diese verständnisvolle Haltung aber gerade gegenüber Personen oder Unternehmen, die ihre krude Logik nutzen, um die Unwahrheit öffentlich zu verbreiten oder versuchen, damit ihre finanziellen Interessen durchzusetzen.

Schlecht begründete “Meinungen” sind nämlich ganz angenehm, wenn man etwas verkaufen will, das eigentlich überhaupt nichts bringt. Das ist Irreführung und ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht.

Solche Menschen oder Unternehmen sollten ruhig öffentlich gegrillt werden. Sie werden sich winden und sich dabei öffentlich lächerlich machen. So kann man insgesamt etwas zum Besseren bewegen.

Es ist eine Sache, sich selbst zu schaden, eine andere, vielen anderen zu schaden.

5.3 Unterschiedliche Aussagen, trotz gleicher Fakten möglich? Absolute Objektivität? Reines Faktenwissen?

Meinungsfaschisten sind ein großes Problem für die Wahrheitsfindung. Auf der anderen Seite ist absolute Objektivität und reines Faktenwissen bei komplexen Problemen nicht möglich. Sie ist ein Ideal der Wissenschaft und Philosophie.

Jede menschliche Sichtweise wird von einer bestimmten Perspektive aus getroffen. Daher kommt es immer darauf an, von welchem Standpunkt aus du eine bestimmte Sache betrachtest.

Selbst wissenschaftliche Ergebnisse müssen interpretiert werden. So kann es sein, dass selbst zwei Professoren, die sich in einem Fachbereich gut auskennen, zu unterschiedlichen Aussagen kommen.

ABER! Diese unterschiedlichen Interpretationen spielen sich meist in einem begrenzten Rahmen ab. Man kann nicht beliebig interpretieren. Viele Sichtweisen scheiden aufgrund der Evidenz komplett aus! Aussagen wie “zu jeder Studie gibt es eine Gegenstudie” sind harter Bullshit.

5.4 Darfst du dich überhaupt noch äußern auch wenn du etwas nicht 100% sicher weißt?

Selbstverständlich! Nur solltest du dich darauf gefasst machen, dass du von jemanden mit mehr Ahnung auf Fehler hingewiesen wirst. Stellst du eine Behauptung in den Raum, könnten andere nach Gründen fragen. Das ist auch sehr gut so! So wird geprüft, ob deine Aussage wirklich Gehalt hat.

Ich könnte bspw. meine Meinung zu Astrophysik, Quantenmechanik, byzantinischem Mauerbau und japanischer Kalligraphie gerne abgeben. Nur wenn jemand mit wirklicher Ahnung kommt und mich korrigiert, sollte ich nicht wie ein beleidigtes Kind reagieren und herumschreien.

Im Gegenteil, ich sollte dankbar dafür sein, dass ich auf etwas hingewiesen wurde und ab jetzt mehr weiß. Es ist auch keine Schande festzustellen, dass man doch weniger Ahnung hat als man zu Beginn dachte. Wir sollten dann auch das Rückgrat besitzen und freimütig eingestehen, dass unsere Meinung Murks war. Das ist keine Schwäche, sondern Stärke.

VI. Fazit

Allgemein ist der Rückzug auf die subjektive Meinung, ein Gefühl oder einen Titel bei der Diskussion objektiver Realitäten ein Ausdruck einer extrem schwachen Position.

Jeder von uns begegnet einer bestimmten Frage sofort mit einer intuitiven Meinung, Haltung oder einem Gefühl. Das ist völlig normal.

Der entscheidende Schritt ist jedoch, dies bewusst zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Wir sollten versuchen, mit größtmöglicher Anstrengung objektive Gründe für unsere Meinungen darzulegen.

“Meinungs-Labeler” wollen oder können diesen Schritt nicht gehen. Sie vertrauen bei der Wahrheitssuche ihrer Intuition und bleiben hartnäckig dabei. Dieser intuitive Denkstil ist nicht besonders hilfreich für komplexere Fragestellungen.

Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit“ – Joseph Joubert

Falls es bessere Argumente der Gegenseite gibt, sollten wir bereit sein, unsere Meinung zu ändern. Wir können sogar dankbar sein.

Jeder Teilnehmer einer Diskussion hat das Recht, respektvoll behandelt zu werden und als gleichwertiger Gesprächspartner wahrgenommen zu werden. Auch wenn er weniger weiß. „Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn“, ebenfalls Joubert.

Ein paar Tipps für deine zukünftige Diskussionen:

  • Mit objektiven Fakten argumentieren (so gut wie möglich).
  • Mit bedenken, dass man selbst auch irren kann und aus einer bestimmten Perspektive auf ein Thema blickt.
  • Bei besseren objektiven Argumenten immer bereit dazu sein, die eigene Position zu ändern. In den produktivsten Diskussionen sind beide Parteien bereit, ihre eigenen Meinungen aufzugeben und sind dankbar, von der Gegenseite neue Anstöße oder “blind Spots” aufgezeigt zu bekommen.
  • Selbst schlechte Argumente der Gegenseite kannst du immer noch dazu nutzen, um deine eigene Argumentation zu schärfen.

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Meinung[]

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